Vier P der Kreativität

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Die "4 P der Kreativität" sind ein grundlegendes konzeptionelles Rahmenwerk des US-amerikanischen Kreativitätsforschers und Erziehungswissenschaftlers Mel Rhodes (1961), das die vier Grundbausteine bzw. Komponenten von Kreativität zusammenfasst und beschreibt.

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Inhaltsverzeichnis

Gegenstand

In den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts untersuchte Mel Rhodes, ein amerikanischer Erziehungs-Wissenschaftler, Universitätslehrer und Kreativitätsforscher, auf der Suche nach einer Generaldefinition für Kreativität das "Konstrukt Kreativität" und seine möglichen Komponenten. Er fand mehr als 40 Definitionen und identifizierte mehr als 50 Bestandteile, die er in folgenden Bearbeitungsgängen weiter reduzierte. Die 4 zuletzt übriggebliebenen Bausteine fasste er zusammen zu dem Konzept und Rahmenwerk der 4 P der Kreativität.

Die 4, von ihm identifizierten Grundbausteine (Modalitäten) bzw. Felder, die er als Ansatzpunkt für weitere Forschungen empfahl, waren:

  • Person
  • Prozess
  • Produkt
  • Press (aus der englischen Didaktik, für Umwelt/ Umgebung, die auf Personen oder auf Prozesse hinderlich oder förderlich drückt)

Ausführungen

Dieser deskriptive (beschreibende) Ansatz stellte die erste ausführliche, schlüssige Detailbetrachtung und ein erstes systemisches Rahmenwerk des Konstruktes Kreativität und seiner wesentliche Kernelemente (Modalitäten) dar, das allerdings selbst im Ursprungsland bis heute nur eine Referenz- und Konzept-Bedeutung besitzt. Vermutungen gehen dahin, dass Rhodes von den legendären 4 P des Marketing inspiriert wurde und eine ähnlich geschichtsträchtig einprägsame Formel erschaffen wollte als Basis für eine universelle Definition; letzteres war ihm leider nicht vergönnt.

Es gab und gibt wiederholte Versuche anderer Autoren, die vier Ps um weitere P-Begrifflichkeiten zu ergänzen, die aber bislang weder eine schlüssige neue Komponente auf der gleichen Bedeutungsebene identifiziert haben, noch sich in der Kreativanwendung durchsetzen konnten. Auch beziehen sich viele Autoren und Feld-Entwickler bis heute immer wieder auf den grundlegenden Ansatz von Rhodes, ohne ihn explizit zu nennen; manche geben das Konzept, z.T. mit leichten Umbenennungen, z.T. namensidentisch als eigenes Werk aus.

Der Verdienst von Rhodes ist es, als Erster das Feld der angewandten Kreativität in eindeutige Bausteine unterteilt und diesem Begriff und Konstrukt damit eine Grundstruktur gegeben zu haben.

Kritik

Der Ansatz beinhaltet auf der anderen Seite einige Nachteile:

  • Die ausschließliche Fixierung auf P-Begrifflichkeiten rief viele Nachahmer auf den Plan, die weitere P's ergänzen wollten. Allen bisherigen Ergänzungen (wie z.B. "Potenzial", "Problem" u.W.m.) ist gemeinsam, dass sie keine eigenständige Wertigkeit der gleichen Ebene wie die 4 P aufweisen, sondern bereits in den, von Rhodes ursprünglich formulierten 4 P abgebildet sind (am konkreten Beispiel erläutert: "Potenzial" ist (mindestens) enthalten in "Person"; "Problem" ist enthalten in "Prozess").
  • Die von Rhodes entworfene Formel und die nachfolgende Visualisierung stellt nur eine konzeptionelle Beschreibung des Begriffs "angewandte Kreativität" dar, die in sich nicht frei von Widersprüchen ist und die nicht auf funktionale Einflüsse und Wechselwirkungen der P-Segmente eingeht; auch entstammen die Begrifflichkeiten nicht alle der gleichen Hierarchieebene.
  • Das originale Wort "Press" für Umgebung ist sehr oft irreführend und wurde selbst von dem Autor immer mit "Umgebung" in Klammern erläutert. Möglicherweise wollte Rhodes sich an den legendären 4 P des Marketing orientieren, wobei weitere P-Begrifflichkeiten für die Umgebung durchaus denkbar gewesen wären.

Neuere Forschungsarbeiten zeichnen ein mehr systemisches Bild (Luther 2005) und setzen die verschiedenen Komponenten in Wirkungs-Abhängigkeiten zueinander (vgl. Ce3PO und Kreativität 2.0); sie geben damit dem deskriptiven Ansatz eine neue, systemisch-funktionale Ausrichtung.


Vorteil

Der Vorteil von Rhodes' 4P-Ansatz war, dass er die, oft isoliert geführte Betrachtung einzelner kreativer Komponenten, Aspekte und Details (wie z.B. Kreativitätstechniken) überwand, die Begrifflichkeiten von Kreativität in einen Gesamtzusammenhang stellte und damit dem "Konstrukt Kreativität" erstmals eine innere und intradisziplinäre System-Struktur gab.


Literatur

  • Mel Rhodes: An analysis of creativity. in: Phi Delta Kappan 1961 (Vol. 42, No. 7)
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