Design Thinking

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Design Thinking (nach David Kelly/ Terry Winnograd/ Lany Leifer, 2005) ist eine, ursprünglich aus Stanford stammende, komplexe Problemlösungs- und Innovations-Methodik, um in interdisziplinären Teams innovative Lösungen für verschiedenste Probleme zu erarbeiten; sie wurde auch als IDEO-Methodik bekannt.

Das Modell umfasst einen interativen Prozess mit mehreren Dimensionen, die für notwendig erachtet werden, um innovative Resultate zu erbringen:

  • Interdisziplinäre Gruppen
  • Erkannte Bedürfnisse und Motivation von Nutzern
  • Nichtlinearer Prozess:
    • Definition: Verständnis und Auswahl von Fragestellung, Bedürfnissen, Herausforderungen
    • Wahrnehmung: Recherche, Erkenntnisgewinnung, Rahmenklärung
    • Ideenfindung: Entwicklung, Visualisierung von Optionen/ Konzepten
    • Elaboration: Prototyping, Konzepttestung/ -optimierung
    • Auswahl: Auswahl kraftvoller Ideen
    • Ausführung: Umsetzung des Best of-Ansatzes, Planung/ Zuweisung/ Lieferung
    • Lernen: Kontinuierlicher Verbesserungsprozess

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Inhaltsverzeichnis

Technikbeschreibung

Ausführung

Das Modell umfasst mehrere Komponenten und einen iterativen Prozess mit mehreren Dimensionen, die für notwendig erachtet werden, um innovative Resultate zu erbringen:

  • Interdisziplinäre Gruppen und kollaborative Kultur
  • Erkannte Bedürfnisse und Motivation von Nutzern
  • Variable Räumlichkeiten
  • der iterative Design Thinking Prozess, der früh prototypisiert


Die wesentlichen Komponenten und ihre Merkmale sind:
Multidisziplinäre Teams und kollaborative Kultur

  • Um möglichst vielfältige Herangehensweisen an eine Problemstellung zu gewährleisten, werden Personen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammengeführt; dies können berufliche sein, aber auch kulturelle, nationale oder einfach nur Alters- und Geschlechtsunterschiede. Entscheidend ist der vielschichtige Blick auf eine Thematik, der auch dadurch angedeutet wird, dass der Design-Thinking-Ansatz so genannte "T-shaped people" verlangt, wobei das "T" bildlich zu verstehen ist: die vertikale Achse symbolisiert das eigene Fachwissen. Jenen analytischen Werkzeugkasten, welchen man als BWLer, Architekt, Jurist usw. mitbringt. Man ist Experte in einem Gebiet und hat insofern ein profundes Tiefenwissen. Die horizontale Achse stellt hingegen das Breitenwissen dar, also das Interesse an anderen Inhalten.

Werteorientierung
Design-Thinking zeichnet sich durch bestimmte Werte aus, ua.:

  • das frühe Begehen von Fehlern, weil dies hohe Folgekosten vermeidet
  • intensives, zeit- und kostengünstiges Prototyping, um via Testing effizient zu arbeiten
  • in der Ideenfindungsphase: Einhalten der (ergänzten) Brainstorming-Regeln

Variable Räumlichkeit (mobile Raumkonzepte)
Raum nimmt eine große Rolle beim Design-Thinking ein. Zum Prozess, wie ihn IDEO praktiziert, gehören mobile Raumkonzepte ebenso wie der Wechsel zwischen Arbeiten im Stehen, Schreiben auf Whiteboards und in der Bewegung.

Design Thinking Prozess
Der iterative Prozess des Design-Thinkings besteht in der Regel aus sechs Kern- und einigen ergänzenden Schritten:

  • Verstehen: im ersten Schritt geht es um das Verständnis des Problems, was in der Wahl einer geeigneten Fragestellung mündet, welche die Bedürfnisse und Herausforderungen des Projekts definiert.
  • Wahrnehmen/ Beobachten: es folgt eine intensive Recherche und Feldbeobachtung, um wichtige Einsichten und Erkenntnisse zu gewinnen und die Rahmenbedingungen des Status Quo zu definieren.
  • Point-of-View: die gemachten Beobachtungen werden dann auf einen einzelnen, prototypischen Nutzer heruntergebrochen, dessen Bedürfnisse in einer klar definierten Brainstorming-Frage kondensiert werden.
  • Ideenfindung: dieser Schritt ist eines der Kernelemente des Design-Thinkings und besteht vor allem aus dem (originalen) Brainstorming, welches der Entwicklung und Visualisierung unterschiedlicher Optionen und Konzepte dient.
  • Auswahl: Auswahl kraftvoller Ideen
  • Prototyping: Ein weiteres Kernelement, mit dem zum Testen, Veranschaulichen und Optimieren der Ideen erste, aufwandsarme Prototypen entwickelt (zum Beipiel Paper-Prototyps) und in der Zielgruppe getestet werden
  • Verfeinerung/ Elaboration: auf Basis der durch Prototypen gewonnenen Einsichten wird das Konzept weiter verbessert und solange verfeinert, bis ein optimales, nutzerorientiertes Produkt entstanden ist.
  • Ausführung: Umsetzung des Best of-Ansatzes, Planung/ Zuweisung/ Lieferung
  • Lernen: Kontinuierlicher Verbesserungsprozess

Hinweise

  • Das Erstellen von Prototypen kann als Kern des Design Thinking-Prozesses angesehen werden.
  • Die Prinzipien des Design Thinking werden seit 2005 am Hasso Plattner Institute of Design gelehrt, das auch "d.school" genannt wird.
  • Der nicht in allen Bereichen trennscharfe und teilweise unterschiedlich ausgelegte Prozess erfordert an einigen Stellen den Einsatz ergänzender Kreativitätstechniken.


Nutzen

  • Über das wesentliche Element des Erstellens von Prototypen wird ein Prozess und das erwünschte Endergebnis handfest begreifbar, und Herausforderungen bereits während des Verlaufs (und nicht erst nach der Fertigstellung) erkennbar.

Vorteile

  • Bedürfnisorientierter Prozess, insbesondere durch den Einsatz des Prototypings.
  • Das handfeste Erstellen eines Prototypen der späteren Lösung macht Vorzüge wie Nachteile frühzeitig "begreifbar"!
  • Viele "klassische Kreativitätstechniken" lassen sich in den Prozess integrieren.

Nachteile

  • Zeitintensiv.
  • Einzelschritte sind nicht sauber definiert; insbesondere der Schritt der Ideenentwicklung ist eher rudimentär gefasst.
  • Braucht eine erfahrene Moderation.


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